Posts filed under '(Un)Pädagogisches'

Denk jetzt mal NICHT an einen roten Ball!

Und?

Da war er doch promt doch, nicht wahr?
Obwohl ich sagte NICHT!

Das ist eine Tatsache, die wir auch in der Kommunikation mit Kindern berücksichtigen müssen: Unser Hirnkastl tut sich schwer mit dem Wörtchen „nicht“ – es scheint für das Oberstübchen überhaupt nicht zu existieren. (mehr…)

Add comment 29. Dezember 2009

Übersättigung zu Weihnachten

Es gibt nichts Schöneres als leuchtende Kinderaugen unter dem Christbaum. Bei dieser Vorstellung wird vielen warm ums Herz und sie scheuen weder Kosten noch Mühen, um den lieben Kleinen eine Freude zu bereiten. Auch die anderen Verwandten denken so und leicht kommt es zu einer wahren Geschenke-Orgie unter dem Christbaum, nicht selten verknüpft mit dem Buhlen um die Gunst der kleinen Lieblinge.
Doch Vorsicht: Übersättigung kann wahre Freude abtöten! (mehr…)

Add comment 27. Dezember 2009

Eins, zwei, drei!

Es ist wirklich erstaunlich, wie gut die 1-2-3-Methode funktioniert! Ich kenne sie schon aus meiner eigenen Kindheit und nachdem ich viel Positives über diese Methode gelesen habe, wurde sie (parallel zu unseren gelben und roten Karten) besten Gewissens bei uns eingeführt: (mehr…)

Add comment 18. Dezember 2009

Let it be!

Ich lebe mit zwei großartigen Zenmeistern! Meinen Kindern!

Was sie mich lehren, was die Beatles damit zu tun haben und welches Buch ich in diesem Zusammenhang empfehle, lesen Sie hier. (mehr…)

2 comments 14. Dezember 2009

Kindergarten und Schule: Die Qual der Wahl

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wer keine Wahl hat quält sich auch. Und alle wollen nur das beste für ihr Kind. Was ist der beste Kindergarten/die beste Schule für mein Kind?

Ich habe keine Wahl – und ich habe beschlossen, dass es von nun an auch keine Qual mehr ist. Denn:

  • Reality bites: Wir können unsere Kinder unter keine Käseglocke setzen. Wir würden ihnen einen reichen Erfahrungsschatz vorenthalten. Denn früher oder später wird es mit der Realität konfrontiert. So oder so.
  • Wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir uns das vorstellen, dann hilft jammern und schimpfen selten. Vielmehr möchte ich helfen, Dinge zum Positiven hin zu verändern.
  • There is no best way – DEN besten Kindergarten/DIE beste Schule gibt es nicht. Überall wird mutter/vater auf Ecken und Kanten stoßen.
  • Was für das eine Kind ein Segen ist, kann für ein anderes ein Fluch sein.
  • So lange innerhalb der Familie alles passt, wird der Kindergarten/die Schule nichts vermasseln können. Und umgekehrt können sich Kindergarten/Schule auf den Kopf stellen und wahrscheinlich nur beschränkt wieder „reparieren“, wenn von daheim die Basis fehlt.

Dies war ein Beitrag zu meiner eigenen Psychohygiene. Und Gelassenheit.

Add comment 27. November 2009

Die Macht der Suggestion

Die Meinungsforschung kennt sie, die Werbung sowieso, von der Psychologie ganz zu schweigen. Eltern sollten sie auch kennen: die Macht der Suggestion.

Das wird jetzt kein Aufruf in Sachen „So manipuliern Sie Ihr Kind am besten“. Nein, so ist das nicht gemeint. Vielmehr möchte ich darauf aufmerksam machen, dass eine kleine Änderung in der Kommunikation eine große Wirkung haben kann. Funktioniert, freilich nicht immer, aber oft!

Es besteht ein RIESEN Unterschied, wenn ich sage: „Du musst in den Kindergarten gehen“ oder „Du darfst in den Kindergarten gehen“. Wer will schon gerne müssen?

Auch ist mensch dazu geneigt, anderen eher zuzustimmen als zu verneinen. Meine erste Frage nach dem Kindergarten lautet daher: „Na, war’s lustig?“ Meistens folgt ein Ja. Dann erst fordere ich mein Kind auf zu erzählen: „Was war denn heute alles los?“

Das Ja auf meine oben genannte erste Frage ist dann auch der „Köder“ bei etwaigen Tendenzen wie „Ich will heute nicht in den Kindergarten gehen“ am nächsten Tag. „Aber gestern hast du doch gesagt, dass es lustig war. Dann wird’s heute bestimmt auch toll!“ Und dann ab in den Kindergarten. Da bin ich nämlich konsequent. Und diskutiere nicht.

Und, ja, ich DARF arbeiten gehen. Ich muss nicht, ich DARF. Und es tut mir sooo gut! Wie gut, das hab ich erst jetzt nach der zweiten Babypause so richtig gemerkt.

Add comment 24. November 2009

Kinder an die Macht?

In Sachen Kindererziehung scheiden sich die Geister. Da braucht frau nur ein bissl im Web surfen – oder auch ganz einfach vor die Tür gehen. Dort treffen Sie eiserne Verfechter des einen oder des anderen Erziehungsstils. Das schlimmste daran ist: Die einen verteufeln die anderen, argumentieren in Extremen – und die selektive Wahrnehmung tut ihr übriges dazu, dass die eigene Meinung noch einzementiert wird.
Und „Suchende“ wie ich werden „Verzweifelte“ und „Desorientierte“.

Autoritäre Erziehung ist out. Antiautoritäre Erziehung auch. Es hat wohl noch nie wo viele Paradigmenwechsel in Sachen Erziehung gegeben, wie in den letzten Jahrzehnten.

Aber liegt nicht wie so oft die Wahrheit irgendwo in der Mitte?
Autorität ist nicht notwendigerweise schlecht. Partnerschaftlichkeit nicht automatisch gut. Das Zauberwort scheint momentan „Grenzen“ zu sein.

„Es gibt kein Gut,
es gibt kein Böse (…)
Statt zu unterdrücken,
gibt’s Erdbeereis auf Lebenszeit (…)
Gib den Kindern das Kommando,
sie berechnen nicht was sie tun (…)“
(Auszug aus Kinder an die Macht, Herbert Grönemeyer, 1986)
… da frag ich mich manchmal, ob der Herr Grönemeyer damals wirklich schon eigene Kinder hatte … oder vielleicht waren das die Ausläufer der antiautoritären Erziehungswelle.

„(…) sie sind die wahren Anarchisten
lieben das Chaos, räumen ab
kennen keine Rechte, keine Pflichten
ungebeugte Kraft, massenhaft
ungestümer Stolz (…)“

Aha, da kommen wir der Sache schon näher. Aber die Frage bleibt: Ist das nun gut oder schlecht?

Add comment 3. November 2009

Plädoyer für mehr Coolness

1146420_cooling_system„Es erzieht den Menschen Nichts so sehr, als das Erziehen Anderer, es fördert Nichts so sehr seine Einsicht, als das Zusammensein mit Kindern. Die Gelassenheit und Schonung, die man mit ihrem Fortschreiten und für ihre Eigenheiten haben muss, sind einen gute Vorübung für jene Geduld, ohne welche man im Leben Nichts leisten und Vieles zerstören würde.“ (Fanny Lewald, dt. Schriftstellerin, 1811-1889)

Gelassenheit ist das Gegenteil von Gier und Hass.
Gelassenheit ist nicht Gleichgültigkeit.

Modern ausgedrückt könnte der Begriff Gelassenheit auch durch „cool“ ersetzt werden:  „Cool in diesem positiven Sinne bedeutet Gleichmut und Gelassenheit und ist Medizin gegen Fustritte und Provokationen, bei Pannen und manchmal unlösbar scheinenden Problemen. So ist cool auch etwas höchst Erfreuliches: eine Geheimwaffe gegen Stress und Klimbim.“ (Heinz Commer, Managerknigge, 1992)

„Itzt verehr ich deine Tugend, welche mit Gelassenheit Mehr gewirkt, als oft ein andrer mit Gewalt und Heftigkeit.“ (Johann Christoph Gottsched, 1736)
(Quelle: ursache & wirkung 69, Herbst 2009)

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Außer: Gelassenheit oder Coolness – kein schlechter Tipp im Umgang mit Kindern.

Add comment 3. November 2009

Nein, nein und nochmals nein.

Sobald Baby mobil wird und beginnt, seine Umwelt zu entdecken, dann hocht doch einmal euch selbst zu: Wie oft sagst du NEIN? Und wie sagst du es?

Gestern hatten wir dazu eine Diskussion in der Eltern-Kind-Gruppe. Unser Fazit:

  • Was ist einem wirklich wichtig? Und was ist eigentlich egal? Darüber sollte jede Mutter in dieser Situation nachdenken. Denn wenn frau dauernd maßregelnd hinter dem Kind her sein muss, dann bedeutet das Stress – für’s Kind und vorallem für die Mutter selbst!
  • Im Hauptaufenthaltsraum sollte es nicht mehr als etwa fünf Neins geben. Die müssen dafür konsequent behandelt werden. Nicht heute so und morgen so.
  • Sollte es Sachen geben, die das Kind absolut nicht haben darf: wegräumen. Alles wegräumen wäre hingegen auch kontraproduktiv, schließlich soll das Kind auch das Nein akzeptieren lernen.
  • Die Körpersprache sollte stimmig sein: Ein strenges Nein sollte mit einem strengen Gesicht und einer strengen Stimme einhergehen. Kinder haben feine Antennen und bemerken, wenn ein Nein nicht wirklich so gemeint ist. Ein freundlich gehauchtes Nein mit lachendem Gesicht wird wohl eher als Spaß als ein strenges Nein aufgenommen

1 comment 28. Oktober 2009

Frustration, Wut und Weinen

Folgende Eckpunkte hab ich mir aus Das kompetente Kind: Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie von Jesper Juul zusammengetragen:

Kinder sind kompetent, aber ihnen fehlt die Erfahrung. Juul plädiert für Einbeziehung statt Erziehung und unterscheidet die beiden Begriffe wie folgt:

  • Erziehung: Erwachsene wissen alles, Kinder nix. Erziehung fürht zu Machtkämpfen, weil niemand gerne inkompetent gelten und von oben herab behandelt werden will.
  • Einbeziehung: fördert das Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit zur Kooperation.

Wer im Mittelpunkt steht, ist kein Teil der Gesellschaft mehr!

1166017_heyWährend der ersten 12-14 Monate stellen Eltern nahezu ununterbrochen die eigenen Bedürfnisse zurück. Ab diesem Alter müssen die Bedürfnisse der Eltern wieder mehr Raum gewinnen – das ist genauso wichtig für die Eltern wie auch für die Entwicklung des Kindes!
Frustration, Wut und Weinen sind untrennbare Bestandteile eines kindlichen Lernprozesses – vor allem in den ersten 5-6 Lebensjahren.
Die Kinder entdecken die Lust am Kämpfen und Argumentieren. Eltern sollten sie ernst nehmen, ohne ihnen notwendigerweise Recht zu geben. Ohne dieses Gegenüber bleiben die Kinder in ihrer Entwicklung stecken, das Kind ist und bleibt auf sich selbst fixiert und rechthaberisch.
Wenn ein Kind nicht alles das bekommt, worauf es Lust hat, dann ist das NICHT lieblos, unterdrückerisch und hat nichts mit mangelnder Fürsorge zu tun – im Gegenteil!
Das Kind lernt eines der wichtigsten Grundprinzipien: Man kann seine Bedürfnisse ausdrücken und darum bitten, was man haben möchte – aber man kann es nicht immer bekommen. Und: Es ist in Ordnung, wenn man sich darüber ärgert.

Add comment 26. Oktober 2009

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