Posts filed under 'Geschwister'

Ich will auch Geschwister haben!

Neues Geschwisterchen im Anmarsch? Und ihr wollt die Kronprinzessin bzw. den Kronprinzen vorbereiten? Hier ein entzückendes Buch, dass ich schon aus meiner eigenen Kindheit kenne: Ich will auch Geschwister haben von Astrid Lindgren.

Es werden zwar ein paar Stereotype behandelt (es stammt immerhin schon aus dem Jahr 1971), aber insgesamt steckt in dieser Geschichte voller humorvoller Wahrheiten. So ist das, wenn man ein Geschwisterchen bekommt …

Add comment 29. Dezember 2009

Aber der andere hat angefangen …

Welche Mutter (welcher Vater) kennt das nicht: Das Kind steht in Form eines heulenden Elends vor einem und beschwert sich völlig aufgelöst: „Der (oder die) Dingsbums hat mich geschubst, gehaut, ge-was auch immer.“ Das andere Kind steht etwas abseits und verteidigt sich lautstark: „Aber er/sie hat angefangen. Er/sie hat mich zuerst geschubst!“ Darauf wieder das eigene Kind: „Ja, weil er/sie frech zu mir war.“ Und so weiter und so weiter.
Als Elternteil ist man dann geneigt, das eigene Kind in Schutz zu nehmen. Doch so einfach ist die Sache oft nicht – wer wirklich angefangen hat, lässt sich oft nicht 100-prozentig eruieren. Wie also reagieren? (mehr…)

1 comment 20. Dezember 2009

Geschwister streiten

Guter Artikel zu Streitereien zwischen Geschwistern auf familienleben.ch. Ich zitiere:

[...] Streit zwischen den Geschwistern ist also etwas ganz Normales und hat auch seine guten Seiten. Beim Streiten lernen die Kinder, ihre Meinung zu vertreten, sich durchzusetzen, Kompromisse zu schliessen und sich wieder zu versöhnen – das ist wichtig auch im Umgang mit Menschen ausserhalb der Familie.

Interessanterweise machen sich die Kinder kaum gross Gedanken darüber, dass sie ständig mit Bruder oder Schwester im Clinch liegen. Für die Eltern aber ist das Gezänke ganz schön nervig. Trotzdem sollten sie nicht eingreifen, denn meist gelingt es den Geschwistern, den Streit ohne fremde Hilfe zu beenden. Experten raten, auch niemals Partei zu ergreifen – es sei denn, das eine ist dem anderen haushoch überlegen: Wenn ein Vierjähriger das Baby plagt, müssen die Eltern natürlich schon handeln.

Dies gilt auch, wenn der Streit derart eskaliert, dass es zu gegenseitigen körperlich bedrohlichen Angriffen kommt. Dann gilt es, sofort und energisch zu reagieren: So nicht! Es darf niemand verletzt werden! Wenn sich alle wieder beruhigt haben, wird die Sache geklärt. Ansonsten ist es aber Aufgabe der Kinder, den Streit, den sie begonnen haben, auch zu einem Ende zu bringen und sich wieder zu vertragen – bis zum nächsten Mal. [...]

Fazit: gelassen bleiben! Ist zwar manchmal schwer, aber es wirkt!

Add comment 16. Dezember 2009

Geschwister

1185102_happyAuch wenn es mich derzeit ziemlich viele Nerven kostet und der Stressfaktor am Himalaya kratzt (meine Kinder sind mittlerweile vier und ein Jahr alt), bin ich doch froh, dass die beiden sich gegenseitig haben. Zweites Kind ja oder nein? Hier sind ein paar Pro-Argumente:

  • Geschwisterbeziehung ist die dauerhafteste Bindung überhaupt: Freundschaften gehen auseinander, Partnerschaften scheitern, Eltern trennen sich oder sterben, aber Geschwister bleiben meist ein Leben lang verbunden.
  • Geschwister lernen voneinander: Die Beziehung ist eine Spielwiese für soziales Verhalten jeder Art. Ob sie sich gerade verstehen oder nicht, sie müssen einander aushalten. Zurückstecken, Kompromisse finden, eine Streitkultur entwickeln, das alles lernen Geschwister voneinander. Rivalität ist sogar förderlich und ist Motor für die körperliche und seelisch-geistige Entwicklung.

Bleibt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Da scheiden sich die Geister. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein zu großer Abstand für die Beziehung hinderlich ist – die Geschwister befinden sich dann gegebenefalls nicht mehr in der gleichen Lebenssituation. Zu knapp hintereinander wiederum bedeutet vor allem am Anfang eine enorme Herausforderung (speziell für die Mutter) und hinderlich für die (gesunde) Abgrenzung der Kinder untereinander.

Wir haben uns bewusst für einen Altersunterschied von etwa drei Jahren entschieden. Ich habe viele positive Beispiele im Bekanntenkreis. Erstens ist das große Kind mit drei schon recht selbständig und relativ gefestigt (ich hab mal gelesen, dass die Seele mit drei „reif“ ist, um die Mutter nicht mehr ganz so arg zu brauchen), zweitens ist der Abstand doch noch so gering, dass sie jetzt schön langsam total nett miteinander spielen. Unser großes Kind kann sich bespielsweise kaum mehr an die Zeit erinnern, als das Geschwisterchen noch nicht da war.

Problemlos gibt’s nicht. Auch wenn man das große Kind noch so toll vorbereitet – die Geburt eines Geschwisterchens ist immer ein Schock. Denn wie es mit Geschwisterchen wirklich ist, merkt das Kind erst, wenn es da ist …

Add comment 7. Oktober 2009

Wie eingreifen, wenn Geschwister streiten?

1185102_happyKaum wurde mein zweites Kind halbwegs mobil, begannen wie erwartet folgende Schwierigkeiten:

  1. Baby auf Zerstörungstour: Konstruktionen des großen Kindes werden auseinander genommen.
  2. Baby will genau das haben, was das große Kind gerade in der Hand hat.
  3. Großes Kind will genau das haben, was Baby gerade in der Hand hat.

Rat einer Entwicklungspsychologin, wie wir (speziell in den ersten beiden Fällen) am besten darauf reagieren sollen: Babys Hand wegnehmen und sagen „Das kannst du jetzt nicht haben“ oder „Das gehört dem großen Kind“.
Die Erklärung dazu (in eigenen Worten wiedergegeben):

  • Baby sieht etwas und der „Will-haben-Reflex“ schießt sofort in die Hand.
  • Eltern sollen eingreifen, denn dann fühlt sich das größere Kind beschützt (es muss ohnehin viele Entbehrungen durch den Neuankömmling hinnehmen)
  • Hand wegnehmen, kurze Erklärung dazu (lange Erklärungen bringen beim Baby noch nichts).
  • Baby wird frustriert kreischen, aber auch der Umgang mit Frust will gelernt werden!
  • Baby nicht einfach ablenken, denn dann geht der Lerneffekt flöten.

Umgekehrt dulde ich auch nicht, wenn das große Kind dem kleinen einfach etwas aus der Hand reißt, nur weil es damit jetzt selbst spielen möchte.

Dem ersten Problem versuchen wir dadurch aus dem Weg zu gehen, dass ich das große Kind bitte, sensible Bauten im eigenen Zimmer (denn da ist das große Kind der uneingeschänkte Chef) bzw. im Spielzimmer aufzubauen, während im Wohnzimmer das Baby – bis auf zwei, drei markante „Neins“ – alles entdecken, ausräumen und begreifen darf.

1 comment 22. Juli 2009

Unsere Familiengesetze

1070232_14994480In unserer Familie gibt es „alte Familiengesetze“ – wenn Sie Huber heißen, dann wären das die „alten Hubergesetze“, analog „alte Müllergesetze“ wenn Sie Müller heißen und so weiter. „Alt“ deshalb, um ihre Bedeutung noch hervorzuheben. Die Verknüpfung mit dem Nachnamen verdeutlicht zudem, dass es in einer anderen Familie durchaus andere Gesetze geben kann. Sollte es die Situation verlangen, können jederzeit „neue Gesetze“ formuliert werden, die dann mit der Zeit zu „alten Gesetzen“ mutieren.

Vorbild für unsere alten Gesetze sind Pumuckls „alte Koboldgesetze“ – und die sind schließlich auch unumstößlich! Die Idee stammt aus dem immer wieder genialen Buch
Ein Löffelchen voll Zucker… und was bitter ist, wird süß! Das Mary Poppins-Prinzip

Ein paar Beispiele:

  • „Verbotene Wörter“: Das Nachbarskind war zu Besuch und gebrauchte Schimpfwörter im großen Stil. Mit Verweis auf unsere „alten Mayergesetze“ (angenommen, wir hießen Mayer) stellte ich klar, dass derlei Wörter in unserem Haus nicht erwünscht, ja sogar verboten sind. Das amüsierte das Kind, denn sie hätten keine derartigen Gesetze – ABER es akzeptierte die Regeln fortan.
    Auch als Oma mal jenes Wort, das mit Sch… beginnt und mit …eiße aufhört, verwendete, wurde sie von meinem 3,5 Jahre alten Kind zurechtgewiesen: Sowas sagt man bei uns nicht. Altes Mayergesetz.
  • Über den Umgang mit anderen Leuten: Ein neues Mayergesetz wurde erforderlich, als unser großes Kind immer wieder lästig an Babys Ohr manipulierte (genannt „ürscheln“). Daraus folgte das Gesetz „Ürscheln verboten“. Seither gibt es keine Probleme mehr damit. Ähnliches gilt auch für anderen Personen ins Ohr blasen oder schreien.

Wie immer im Umgang mit kleinen Kindern gilt auch für die Familiengesetze: Kein Allheilmittel, aber sie wirken (meistens).

Add comment 24. Juni 2009

Ein Löffelchen voll Zucker …

51agpyxm88l_sl160_Hervorragende Ideen, die das Zusammenleben mit Kindern leichter und vor allem humorvoller macht – auch wenn so manche PädagogInnen bei der einen oder anderen Sache den Kopf schütteln wird. Absolut Alltagstauglich!
Ein Löffelchen voll Zucker… und was bitter ist, wird süß! Das Mary Poppins-Prinzip

Add comment 1. April 2009

Hilfe meine Kinder streiten

Neulich im „Doppelsitzer“ (unser Radanhänger für zwei, den man auch als Kinderwagen verwenden kann), das Baby liegt in der Babyschale, das „große“ Kind sitzt daneben: Wie immer kommt es zum Konflikt, weil Babys Hand dem Großen zu nahe kommt. Die Situation eskaliert, als Baby dem Großen in gewohnt grober Manier in Gesicht fasst.

Meine Reaktion bisher: „Großes Kind, du weißt, dass Baby seine Kräfte noch nicht wirklich im Griff hat – sei nachsichtig, Baby muss das alles erst lernen.“ Und zum Baby: „Baby, sein zärtlich zu deinem Geschwisterchen.“ Als die Auseinandersetzung im Wagen weitergeht und das große Kind laut und handgreiflich wird: „Wenn das Gestreite nicht aufhört, muss einer von euch beiden aussteigen.“

Gebracht hat das alles – außer etwas heiße Luft – nicht wirklich was. Dann las ich (wieder Mal) in Jesper Juuls Das kompetente Kind: Auf dem Weg zu einer neuen Wertgrundlage für die ganze Familie und beim nächsten Mal reagierte ich wie folgt:

Ich blieb stehen und schaute meinem großes Kind verständnisvoll ins Gesicht: „Ich weiß, das Baby sehr grob sein kann und dass dich das stört. Was können wir tun, damit das nicht wieder passiert?“ – „Wie wäre es, wenn du sanft seine Hand hälst, dann kann Baby nicht mehr in ein Gesicht langen.“ Was soll ich sagen? Die Fahrt wurde einträchtig, Händchen-haltend und ohne weiteres Gezeter und Geschrei fortgesetzt.

Eine Belehrung und der Appell an das größere Kind, bringen es und damit uns alle nicht weiter. Ernst nehmen und Verständis zeigen – das ist das Rezept, dafür appelliert auch Maria Neuberger-Schmidt in ihrem Buch Erziehung ist (k)ein Kinderspiel

Add comment 25. März 2009


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