So titelt jüngst das New York Magazine. Der Grundtenor: Kinder machen nicht glücklicher. Ein paar haarsträubende Details aus den zitierten wissenschaftlichen Studien, die wohl kaum ein Vater oder eine Mutter öffentlich zugeben würde:
- Eltern sind nicht glücklicher als Kinderlose, in vielen Fällen sind sie sogar unglücklicher – das bestätigen mehrere Studien aus unterschiedlichen Disziplinen.
- Der britische Ökonom Andrew Oswald drückt es etwas vorsichtiger aus: Kinder machen nicht weniger glücklich, aber eben auch nicht mehr. Dies gilt jedoch nur, wenn man nicht mehr als ein Kind hat – dann wir der Einfluss deutlich negativer.
- Kinder reduzieren die Zufriedenheit in einer Ehe. Und die Unzufriedenheit steigt mit dem Haushaltseinkommen!
- Mütter sind unglücklicher als Väter.
- Alleinerziehende sind noch unglücklicher als Paare.
- Babys und Kleinkinder sind die größte Herausforderung.
- Der Soziologe Robin Simon (Wake Forest University) meint sogar, Eltern sind depressiver als Kinderlose – und zwar ganz unabhängig von den Rahmenbedingungen (also egal ob single oder verheiratet, ein Kind oder vier Kinder). (Quelle: New York Magazine)
Die Frage nach dem Warum drängt sich auf. Der Artikel versucht es durch die Veränderung unserer Gesellschaft zu erklären – früher waren Kinder ökonomisch und überlebenstechnisch wichtig, man hatte schlichtweg keine andere Wahl. Heute sind Kinder “Luxus” und die Entscheidung dafür “verkopft”. Paare werden immer später Eltern und erleben einen Verlust an Autonomie. Auf den Punkt gebracht: “Kids, in short, went from being our staffs to being our bosses.” Die Soziologin Vivian Zelizer (Princeton) meint: “Economically worthless but emotionally priceless.”Oder anders ausgedrückt: “They’re a huge source of joy, but they turn every other source of joy to shit.”
Je höher der Bildungsstand der Eltern, desto eher sehen sie ihre Kinder als “zu perfektionierende Projekte”. Eltern verbringen heute mehr Zeit mit ihren Kindern als 1975 – das geht zulasten der eigenen “Freizeit”: 71 Prozent der Mütter (und 57 Prozent der Väter) hätten gerne mehr Zeit für sich selbst. Und trotzdem meinen 85 Prozent der Eltern, dass sie zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen.
Foto: David Peter Hansen
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